Patienten - Broschüre

Sehr verehrte Patientin,
sehr verehrter Patient,

Sie möchten sich einer Fettabsaugung (Liposuktion, Fettgewebskonturierung) unterziehen und möchten sich in einem ausführlichen Gespräch mit mir über die Methoden als solche, das operative Vorgehen, die Risiken und Komplikationsmöglichkeiten sowie über das bei einem solchen Eingriff zu erwartende Ergebnis informieren und wünschen eine Beratung. Hierfür stehe ich Ihnen in einem ausführlichen Gespräch, selbstverständlich auch außerhalb der Sprechstunde und am Wochenende zur Verfügung.
Bitte sprechen Sie mich oder meine OP-Assistentin Frau Yasar an und vereinbaren Sie einen Termin.

Fettabsaugung (Liposuktion) - wichtige Informationen

Mit Hilfe der Fettabsaugung gelingt es, die Form oder Silhouette bestimmter Körperregionen zu modellieren. Fettabsaugung ist kein Mittel der Gewichtsreduktion.
Dagegen werden unschöne Fettpolster, die häufig durch sportliche Aktivität und Diät nicht beseitigt werden können, dauerhaft entfernt.

Die Operation wird in örtlicher Betäubung durchgeführt; eine Vollnarkose mit all ihren Vor- und Nachteilen ist nicht notwendig. Aufgrund der örtlichen Betäubung brauchen im Normalfall keine Narkose- oder Schmerzmittel verabreicht werden.

In unserem persönlichen Beratungsgespräch wird Ihre Krankengeschichte erfragt (Anamnese). Bitte teilen Sie deshalb alle wichtigen Vorerkrankungen, Operationen und eventuell Komplikationen, Medikamenteneinnahme sowie bekannte Allergien mit. Ihre Angaben hierzu sind besonders wichtig, um das Operationsrisiko abschätzen zu können.

Ein bis zwei Wochen vor dem Operationstermin werde ich Ihnen zur Bestimmung des kleinen Blutbildes, der Elektrolyten und der Blutgerinnung, Blut abnehmen.

Das Beratungsgespräch erfolgt bei mir kostenlos.
Falls Sie einen verbindlichen Operationstermin vereinbaren, erbitte ich eine Anzahlung in Höhe von 50,- €, die ich Ihnen nach der Operation auf den Gesamtpreis anrechne.
Sollten Sie den Termin absagen, bitte ich um Verständnis, dass ich die Anzahlung zur Verrechnung meiner entstandenen Labor- und Vorbereitungskosten verwenden muss. Sollte es zu einem Ersatztermin kommen, ist eine weitere Anzahlung selbstverständlich entbehrlich.

Sie tragen nach der Operation einen speziellen Mieder, den Sie über uns bestellen können und dessen richtige, korrekte Größe vorab durch Maßnehmen in der Praxis bestimmt wird.

Das Absaugen

Bei der Fettabsaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie werden zunächst kleine, etwa 5-10 mm lange Hautschnitte in örtlicher Betäubung vorgenommen. Von ihnen aus wird über eine lange stumpfe "Nadel" die Betäubung des abzusaugenden Gewebegebietes vorgenommen. Die Hautschnitte sind in der Regel nach wenigen Wochen kaum mehr sichtbar, sie müssen zumeist auch nicht durch eine Naht verschlossen werden. Trotz dieser kleinen Schnitte kann reichlich Fettgewebe dauerhaft entfernt werden. Einmal abgesaugte Fettzellen werden nicht neu gebildet. Darüber hinaus besteht bei dieser Methode der Fettabsaugung kaum eine Gefahr der Verletzung von Nerven oder größeren Blutgefäßen.

Die örtliche Betäubung

Bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie (tumescere, lat.: aufblasen) werden große Mengen einer verdünnten Betäubungsmittellösung ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Der Lösung wird ein wenig Cortison beigemischt, um die entzündliche Reaktion des Gewebes und nachfolgende Schwellung sowie hierdurch bedingte Schmerzen möglichst zu unterdrücken. Außerdem enthält die Lösung Epinephrin, das die Blutgefäße verengt und Bicarbonat, welches das "Brennen" beim Einspritzen der Lösung deutlich verringert.

Sowohl das Ausmaß der Blutung als auch die Schwellung nach der Operation werden durch die Tumeszenz-Lokalanästhesie enorm verringert. Deshalb können die meisten Patienten bereits nach ein oder zwei Tagen wieder zur Arbeit gehen oder leichten Sport treiben. Bei ca. 90 % der Patienten kann schon nach einer Woche eine gewisse Besserung der Körperform beobachtet werden, allerdings dauert es in der Regel drei bis vier Monate, bis alle Blutergüsse und Schwellungen zurückgebildet sind. Daher kann das endgültige Operationsergebnis auch erst nach drei bis vier Monaten, in einigen Fällen nach sechs Monaten, beurteilt werden.

Das Resultat

Zu bemerken ist, dass alle Fettzellen, die abgesaugt wurden, nicht mehr nachwachsen oder neu gebildet werden. Das bedeutet, dass die Körperform, die durch die Fettabsaugung erzielt wurde, beständig ist. Bei späterer Gewichtszunahme oder Abnahme wird sich die neue Körperform gleichmäßig verändern, ohne dass zum Beispiel wieder eine Reithose entsteht, die zuvor abgesaugt wurde.

Infolge der Fettabsaugung verändert sich auch der Hautzustand in der operierten Region so, als habe man durch eine besondere Diät genau an dieser Stelle abgenommen. Bei der Fettabsaugung werden mit der stumpfen Nadel viele Tunnel ins Fettgewebe gearbeitet, die während der Heilungsphase nach der Operation zusammenschrumpfen und die Haut mit dem Muskelgewebe zusammenziehen. Um eine glatte Hautoberfläche zu erhalten, werden die Tunnel so angelegt, dass sie nach Möglichkeit von einer dünnen Fettschicht bedeckt sind. Je schwieriger die Hautsituation in ästhetischer Hinsicht ist, um so dünner muss der unmittelbar unter der Haut liegende Fettmantel gewählt werden, um der Haut zu besseren Rückbildungsmöglichkeiten aufgrund verringerter Fettgewichtsbelastung zu verhelfen.

Die Fettabsaugung ist die geeignete Methode, um Fettpölsterchen (z. B. Reithosen) bei ideal- bis normgewichtigen Menschen dauerhaft zu entfernen.
Sie ersetzt keine Diät, daher sollten übergewichtige Patienten zunächst abnehmen. Anschließend werden die Zonen behandelt, die durch Diät und gezieltes Training nicht beeinflusst werden konnten.
Gleichwohl kann die Fettabsaugung übergewichtigen Patienten infolge einer verbesserten Figur auch zu verstärkter Motivation und Selbstdisziplin verhelfen.

Das maximal erreichbare Operationsresultat muss selbstverständlich immer im Hinblick auf die Ausgangssituation betrachtet werden. Obwohl die Fettabsaugung oft zu spektakulären Ergebnissen mit eindeutig verbesserter Figur führt, ist es unrealistisch, sich die Traumfigur eines achtzehnjährigen Modells zu erhoffen. Auch die ungeliebte Cellulite wird durch die Fettabsaugung nicht beseitigt, kann jedoch oft verbessert werden. 

Risiken

Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei der Fettabsaugung Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen wie z. B. Schwellungen, Blutergüsse und vorübergehendes Taubheitsgefühl der Haut. Auch Hautunregelmäßigkeiten (Dellen, Einziehungen, Asymmetrien) können gelegentlich als Folge der Fettabsaugung auftreten, sie werden durch die Tumeszenztechnik jedoch gering gehalten.

Schwere Komplikationen wie massive Blutung, Thrombose und Lungenembolie, Infektion des betroffenen Hautareals mit nachfolgender Zystenbildung oder dem Zwang zur operativen Ausräumung, dauerhafte Gewebeverhärtung, Fettembolie und allergische Reaktion sind äußerst selten.
Hautverfärbungen (besonders unter Sonneneinwirkung nach der Operation) sind nur in Einzelfällen beobachtet worden.

Der Operationstag

Am Morgen des Operationstages und am Vorabend empfiehlt sich eine keimreduzierende Dusche mit Betaisodonna-Seife. Sie sollten nicht nüchtern in die Praxis kommen; ein leichtes Frühstück oder Mittagessen ist erwünscht. Alkohol sollten sie nicht zu sich nehmen. Teilen Sie mir nochmals mit, welche Medikamente Sie die Woche über eingenommen haben (auch wenn es nur eine Aspirin gewesen ist).

Bringen Sie bitte Ihre Lieblingsmusik auf CD mit. Da die Operation in örtlicher Betäubung erfolgt, können Sie sich mit "Ihrer" Musik gut ablenken lassen und die Operation wird weniger stressig.

Am Tage der Operation wird Ihnen nach der Begrüßung das Operationsfeld im Stehen angezeichnet und es werden einige Photos für die Operationsdokumentation angefertigt. Sie können noch Fragen stellen und Wünsche äußern.

Sie werden dann in den Operationssaal begleitet und legen sich dort bequem auf den Operationstisch.
Dann lege ich Ihnen eine Verweilkanüle in den Arm (Infusion mit Kochsalzlösung) damit bei Bedarf Flüssigkeit und Medikamente verabreicht werden können.

Im Anschluss an die Hautdesinfektion werden zunächst die Stellen, an denen die Hautschnitte gelegt werden sollen mit einem normalen Betäubungsmittel zur örtlichen Betäubung unterspritzt. Hierbei kann ein leichtes Brennen vorübergehend auftreten. Nach Fertigstellung der Hautschnitte wird nun die Tumeszenzlösung ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Dieser Vorgang schmerzt in der Regel nicht oder nur sehr wenig, wird jedoch von einigen Patienten als unangenehm empfunden. Allmählich werden die unterspritzten Hautareale taub; sollte die Wirkung an umschriebenen Stellen nicht vollständig sein, kann jederzeit von der Lösung nachgespritzt werden.

Beruhigungsmittel werden nur bei stark nervösen Patienten verabreicht. Es ist besser, wenn der Patient nicht stark ruhig gestellt (sediert) ist, damit er während der Operation die Lage wechseln und jederzeit sagen kann, wenn er an irgendeiner Stelle Schmerzen verspürt. Auch wird die Ästhetik am stehenden Menschen unter dem Einfluss der Schwerkraft am sichersten beurteilt, Asymmetrien lassen sich so am leichtesten feststellen. In Absprache mit dem Patienten kann dann auch gezielt nachgearbeitet werden.

Nach Abschluss der Fettabsaugung werden die Hautschnitte durch Pflaster verschlossen und die Verweilkanüle aus der Vene entfernt.

Anschließend ist meine OP-Assistentin Ihnen beim Anziehen der Kompressionskleidung behilflich.
Es hat sich gezeigt, dass nach der Absaugung immer noch Tumeszenzlösung, manchmal mit geringer Blutbeimengung aus den Hautschnitten entleert wird. Dies ist sicher unangenehm, andererseits führt die nicht vollständig mögliche Absaugung dazu, dass Sie über eine längere Zeit noch eine lokale Schmerzstillung bewahren, bis sich die gereizten Nervenenden wieder beruhigen. Obendrein werden die Schmerzen oder Missempfindungen meist nur bei Lagewechseln als Sekundenschmerz verspürt, so dass viele Patienten überhaupt kein Schmerzmittel benötigen. Brauchen Sie dennoch eines, so sollten Sie, ebenso wie vor der Operation, wegen der Möglichkeit einer Steigerung der Blutungsbereitschaft kein Aspirin (Acetylsalicylsäure) und kein Ibuprofen (z. B. Dolgit, Optalidon) einnehmen. Im Bedarfsfall empfehlen wir ein bis zwei Tabletten Paracetamol. Aus dem gleichen Grund sollte die Operation nicht während der Menstruation erfolgen.

Im allgemeinen werden Sie sich nach der Operation fit und wohl fühlen und keinen "Kater" verspüren, wie dies nach Vollnarkosen öfters der Fall ist.
Trotzdem dürfen Sie unter keinen Umständen am Steuer eines Autos oder oder mit einem anderen Fortbewegungsmittel nach Hause fahren. Sie müssen entweder ein Taxi nehmen oder sich abholen lassen.
Von längeren Autofahrten nach der Operation rate ich wegen erhöhter Thrombosegefahr ab.
Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn nach der Operation jemand bei Ihnen ist, der sich ein bisschen um Sie kümmert, mit Ihnen spazieren oder essen geht und Sie ablenkt.

Es ist ratsam sich am Operationstag bequem zu kleiden, da Sie durch die Tumeszenzlösung und das Kompressionsmieder zunächst etwas dicker sind als zuvor und Sie nach der Operation etwas unbeholfener sind.
Weil die Tumeszenzlösung in den ersten 24 Stunden teilweise wieder als rosafarbene Flüssigkeit aus den Hautschnittstellen herausläuft, sollten Sie Kleidung tragen, die gut auswaschbar ist.

Nach der Operation

Die Kompressionskleidung hat den Zweck, das Unterhautfettgewebe zusammen zu drücken, damit sich in den schmalen Tunneln, die bei der Fettabsaugung entstehen, keine Flüssigkeit ansammelt. Die Kompressionskleidung muss mindestens eine Woche tags und nachts getragen werden. Es ist ratsam und angenehm, die Hose oder das Mieder länger zu tragen, nämlich zwei bis vier Wochen. Durch den Austritt der Flüssigkeit ist eine Verschmutzung unvermeidlich; daher sollten Sie wissen, dass sich die Kleidung am besten nach Einweichen in kalter Kochsalzlösung waschen lässt.

Sie sollten sich am Operationstag entweder ein wenig hinlegen oder frühzeitig zu Bett gehen. Es ist dennoch sehr wichtig, dass Sie ausreichend bewegen, da nur so die Tumeszenzlösung ablaufen kann. Bitte vermeiden Sie aber eine zu starke körperliche Belastung!
Nach der Fettabsaugung müssen Sie viel trinken! Ich empfehle Ihnen Mineralwasser, Obstsäfte, Limonaden oder Kräutertees. Bitte trinken Sie keinen Alkohol! Nehmen Sie ein leichtes Abendessen ein.

Ein Tag nach der Operation können Sie beruhigt duschen. Nach dem Duschen tauschen Sie bitte die Pflaster gegen neue aus; diese gebe ich Ihnen nach der Operation mit.

Sie können am nächsten Tag auch wieder Auto fahren, sollten aber keine längeren Strecken ohne Pause zurück legen. Halten Sie stündlich an und bewegen Sie sich durch Umhergehen und leichter Gymnastik.

Die meisten Patienten gehen bereits nach ein bis zwei Tagen wieder zur Arbeit. Dies ist sicherlich abhängig von der persönlichen Schmerzverarbeitung und den körperlichen Belastungen im Berufsleben. Wenn Sie es einrichten können, sind ein paar Tage Ruhe sicherlich wünschenswert.

Eine Woche nach der Operation beginnen Sie bitte damit die abgesaugte Fläche zu massieren.

Die Methode:
Die Ultraschall-Fettabsaugung

Noch gewebeschonender als die herkömmliche Fettabsaugung in der von mir bevorzugten Feintunnelierung ist die Fettabsaugung mit Ultraschallzerstörung der Fettzellen (UAL=Ultraschall assistierte Lipektomie).
Bei dieser Methode werden die wasserreichen Fettzellen nach Tumeszens-Lokalanästhesie gezielt durch die Ultraschallwirkung zerstört, wohingegen Blutgefäße, Lymphbahnen und Nervenstrukturen sowie Bindegewebe und Haut aufgrund des geringeren Wassergehaltes nicht angegriffen werden.
Der Schrumpfungseffekt auf die Haut ist deutlicher, so dass die Haut oft straffer wird als vor der Operation, straffer auch als bei herkömmlicher Absaugung. Auch der Blutverlust ist nochmals gemindert!
Beide Operationsverfahren haben jedoch ihre speziellen Anwendungsgebiete, keinesfalls ersetzt die technisch wesentlich aufwendigere und teurere UAL die herkömmliche Absaugung, welche die gefühlvollere Feinmodellierung mit der größeren Präzision ermöglicht. Nach der UAL wird das Gewebewasser und werden die verbliebenen Fettzellen durch die herkömmliche Unterdruckabsaugung entfernt.

Ich nehme die Fettabsaugung in der oben beschriebenen kombinierten Technik mit dem derzeit modernsten auf dem Weltmarkt verfügbaren Gerät vor.

Falls größere Fettdepots abgesaugt werden, so erlaubt die mit weniger Sog auskommende UAL ein schonenderes Operieren, weil weniger Bindegewebsstrukturen (Blutgefäße, Aufhängebänder der Haut und Hautnerven) angesaugt, verletzt oder zerrissen werden. Der Gewebewiderstand ist deutlich herabgesetzt, was auch für den Patienten spürbar wird. Piezokristalle wandeln elektrische in mechanische Energie um. Diese wird mittels spezieller Sonden in Form von Schwingungen auf das Körpergewebe und die infiltrierte Tumeszenzlösung übertragen. Ein Kavitation genannter Prozess führt nun zur Entmischung von Gasen in den Körperfettzellen und der Tumeszenzlösung, was die Bildung instabiler Mikroblasen und durch Implosion die Zerstörung der Fettzellmembranen bewirkt. Der Zellinhalt tritt als ölige, leicht abzusaugende Lösung aus. Statt rascher, energischer Bewegungen mit der Saugkanüle sind nur sanft gleitende Bewegungen erforderlich die an das Streichen eines Violinenbogens erinnern.


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